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29.06.2018 Ferienjobs als Schülerin oder Schüler im ALGII-Bezug
Wer während der Ferien jobbt, sollte als Schülerin und Schüler im ALG II-Leistungsbezug die Spielregeln kennen!

Viele Schülerinnen und Schüler möchten, wenn sie 14, 15 oder älter sind, in den Ferien gerne einen Ferienjob annehmen. Sie wollen ein wenig dazuverdienen und sich etwas kaufen können, wofür sonst das Geld nicht reicht. Wenn die Familie Leistungen vom Jobcenter bezieht, sollten sie die gesetzlichen Regelungen für solche gelegentlichen Einkünfte kennen.
Denn Einnahmen von Schülerinnen und Schülern aus Erwerbstätigkeiten während der Schulferien sind zwar besonders privilegiert. Auch Schülerinnen und Schüler im Leistungsbezug sollen motiviert sein, sich besondere Wünsche durch eigene Arbeit zu erfüllen. Aber sie müssen genau hinschauen, welche Einkünfte nicht mit den ALG II-Leistungen verrechnet werden, damit sie nicht enttäuscht sind.

Punkt 1 ist der Zeitraum, in dem gejobbt wird. Schulferien meint nämlich die Zeit zwischen zwei Schulabschnitten, beispielsweise Oster- oder Sommerferien. Jobbt eine Schulabgängerin, ein Schulabgänger, nachdem die Abschlussprüfung absolviert ist, ist das Entgelt daraus nicht privilegiert - außer der junge Mann, die junge Frau wird nach dem Abschluss einer allgemeinbildenden Schule eine berufsbildende Schule besuchen: Damit liegen die Ferien wieder zwischen zwei Schulabschnitten.

Punkt 2: Privilegiert sind nur Einnahmen von Schülerinnen und Schülern, die allgemein- oder berufsbildende Schulen besuchen. Auszubildende können sich nicht auf die berufsbildende Schule berufen, wenn sie eine Ausbildungsvergütung erhalten.
Wird übrigens das Geld vom Arbeitgeber erst nach den Ferien ausgezahlt, spielt das für das Jobcenter keine Rolle. Entscheidend ist, dass die Einnahmen für eine Tätigkeit fließen, die während der Schulferien ausgeübt wurde.

Punkt 3 ist, dass ein Ferienjob nur bis zur Dauer von vier Wochen pro Kalenderjahr und nur mit Einkünften bis 1.200 Euro privilegiert ist. Was ist nun mit der 15-jährigen Jenny? Sie trägt jede Woche das Anzeigenblatt in der Nachbarschaft aus und bekommt dafür 100 Euro im Monat, im gesamten Jahr also 1.200 Euro. Jenny kann den gesamten Betrag behalten. Denn die Zeiten von Erwerbstätigkeit, die monatlich nicht mehr als 100 Euro einbringen, werden beim Thema Ferienjob nicht mitgezählt. 100 Euro darf nämlich jede und jeder ALG II-Bezieher/in ohne Verrechnung zusätzlich einnehmen.
Nicht betrachtet werden beim Thema Ferienjobs auch Einkünfte aus Zeiten, während derer die jungen Leute kein ALG II oder Sozialgeld bezogen.
Schauen wir uns ein Beispiel an. Jens, 16 Jahre, jobbt in einer Firma, und zwar in den Osterferien zwei Wochen, in den Sommerferien vier Wochen. Für jede Woche zahlt ihm sein Chef 350 Euro, in den Osterferien also 700 Euro: Dieses Einkommen ist privilegiert, weil es unterhalb der Obergrenze von 1200 Euro liegt. Diese Obergrenze überschreitet Jens dann bereits mit seinen Einkünften aus der 2. Sommerwoche, denn damit erreicht er weitere 700 Euro, das sind zuzüglich des Verdienstes aus den Osterferien 1400 Euro. Das heißt von den 1400 Euro, die er in den vier Wochen Sommerjob verdient, sind nur 500 Euro noch privilegiert, 900 Euro werden auf die Leistungen des Jobcenters angerechnet.
Die Prüfung, ob die in den Schulferien ausgeübten Erwerbstätigkeiten die Vierwochengrenze überschreiten, erfolgt also in chronologischer Reihenfolge.
Möchten Jugendliche oder Kinder aus einer Bedarfsgemeinschaft, die Leistungen vom Jobcenter erhalten, in den Ferien jobben, sollten Eltern frühzeitig mit ihrer persönlichen Ansprechperson über die Rahmenbedingungen und die Details sprechen. So vermeiden sie Enttäuschungen bei den jungen Leuten, wenn ein Teil ihrer Ferieneinkünfte mit den Jobcenter-Leistungen verrechnet wird.







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